Modellprojekt
Gerontopsychiatrische
Vernetzung in der Region
Main-Rhön

 

Begriffserklärung

Unter einer Sucht versteht man das unbeherrschbare Verlangen eines Menschen, sich regelmäßig eine bestimmte Substanz zuzuführen oder eine bestimmte Tätigkeit immer wieder auszuführen, obwohl er sich selbst oder Anderen dadurch schadet.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, den Begriff Sucht durch Abhängigkeit zu ersetzen, den sie in der Internationalen Klassifikation für Krankheiten folgendermaßen definiert:

  • Ein starker Wunsch oder Zwang, die Psyche anregende oder dämpfende Substanzen zu konsumieren.
  • Verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Beginns, der Beendigung und der Menge des Substanzkonsums.
  • Ein körperliches Entzugssyndrom bei Beendigung oder Verringerung des Konsums. Nachweis einer Toleranz. Um die ursprüngliche Wirkung der Substanz hervorzurufen, sind zunehmend höhere Dosen erforderlich.
  • Fortschreitende Vernachlässigung anderer Vergnügungen oder Interessen zugunsten des Substanzkonsums; erhöhter Zeitbedarf, um die Substanz zu beschaffen, zu konsumieren oder sich von den Folgen zu erholen.
  • Anhaltender Substanzkonsum trotz Nachweises eindeutiger schädlicher Folgen körperlicher, psychischer oder sozialer Art.

Wenn von diesen Kriterien während der letzten 12 Monate mindestens drei vorhanden waren, spricht man von einer Suchterkrankung.