Modellprojekt
Gerontopsychiatrische
Vernetzung in der Region
Main-Rhön

 

Schwerpunkte bei der Umsetzung unserer Ziele

Bei der Umsetzung unserer Ziele setzen wir auf fünf Säulen unserer Arbeit, die im Folgenden dargestellt werden sollen:
 

1. Analyse des Versorgungssystems

Für die Umsetzung unserer Ziele ist es notwendig, sämtliche vorhandene Dienste und Einrichtungen die sich mit dem Thema Gerontopsychiatrie in der Region beschäftigen zu kennen und systematisch zu erfassen. Deshalb ist es notwendig zu recherchieren, welche Dienste und Einrichtungen, Strukturen und Netzwerke in den Landkreisen Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld, Stadt und Landkreis Schweinfurt und Haßberge tätig sind, um diese in unsere Arbeit mit einzubeziehen und Synergieeffekte nutzbar zu machen.

Das Seniorenportal-Mainfranken bietet Ihnen einen Überblick über die Vielzahl der Dienstleistungen für die ältere Generation. Fachberatungsstellen vermitteln ehrenamtliche Helfer, leiten Betreuungsgruppen sowie Gesprächskreise und führen Angehörigenschulungen zum Thema Demenz durch. Diese Fachstellen für pflegende Angehörige sind wiederum im Bayerischen Netzwerk Pflege miteinander verbunden. Und Gedächtniszentren sind spezialisiert auf die Diagnostik und Therapie von Gedächtnisstörungen, um nur einige Angebote aus dem Gesamtversorgungssystem zu nennen.
 

2. Vernetzung

Nach der Analyse des Versorgungssystems in der Region Main-Rhön, steht der Vernetzungsgedanke als zweiter Schwerpunkt für die Umsetzung unserer Ziele im Mittelpunkt. So vernetzen wir uns mit den vorhandenen Strukturen in der Region wie zum Beispiel dem Netzwerk Pflege oder den ambulanten Diensten vor Ort. Außerdem arbeiten wir mit den Projektleitern der Modellregionen I (Untermain) und II (Würzburg) zusammen. Des Weiteren wird zur Vernetzung der ambulanten Dienste untereinander, zwischen den ambulanten, teil- und vollstationären Einrichtungen, des Gesamtsystems mit Neurologen und Gedächtniszentren der Kliniken und mit vor- und nachgelagerten Einrichtungen wie Hausärzte und Hospizvereine angeregt.
 

3. Qualifizierung

Ein weiterer Schwerpunkt zur Verwirklichung unserer Ziele ist die Schulung von Angehörigen gerontopsychiatrisch erkrankter Menschen. Hier können Hauskrankenpflegekurse oder spezielle Schulungen für Angehörige von Demenzerkrankten in Zusammenarbeit mit der deutschen Alzheimergesellschaft vermittelt werden. Zudem stehen die Suche, Auswahl und Qualifizierung von Ehrenamtlichen in so genannten Helferkreisschulungen und die Unterstützung bei der Schulung von Fachkräften wie Mitarbeiter ambulanter Pflegedienste, von Beratungsstellen, niedergelassenen Allgemeinmedizinern, medizinischen Fachangestellten oder Polizeibeamten im Mittelpunkt.
 

4. Entlastung

Angehörige, die zu Hause die Pflege und Betreuung eines kranken Menschen übernehmen, benötigen oftmals Hilfe und Unterstützung. Durch eine individuelle Hilfeplanung für den Einzelnen werden Unterstützungsmöglichkeiten formuliert, organisiert und kontrolliert, die den pflegenden Angehörigen entlasten sollen (Case Management). Dabei werden die vorhandenen Beratungsdienste vor Ort in die Arbeit mit einbezogen und die Angehörigen gezielt an diese Stellen (Fachstellen, Sozialpsychiatrische Dienste, Suchtberatung) vermittelt. Neben dem Ziel der Entlastung der pflegenden Angehörigen, sollen auch die Beratungsdienste unterstützt und entlastet werden. Deshalb helfen wir beim Aufbau weiterer so genannter niedrigschwelliger Angebote wie Betreuungsgruppen für Erkrankte, Angehörigengesprächskreise oder ehrenamtliche Helferkreise, mit deren Hilfe die Pflegenden stundenweise entlastet werden können.
 

5. Information und gesellschaftliche Bildung

Psychische Erkrankungen (Demenz, Depression, Angst und Sucht) finden in unserer Gesellschaft immer noch zu wenig Beachtung. Vor allem Demenzerkrankungen mit ihren typischen Krankheitszeichen wie Gedächtnis- und Orientierungsstörungen, eingeschränktem Sprachvermögen und Verhaltensauffälligkeiten führen zu großer Verunsicherung in der Bevölkerung. Deshalb klären wir über gerontopsychiatrische Krankheitsbilder auf und informieren über Beratungs- Unterstützungs- und Entlastungsmöglichkeiten. Aus diesem Anliegen heraus entstand ein so genannter Demenzwegweiser für die Landkreise Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld, Stadt und Landkreis Schweinfurt und Haßberge, indem alle Angebote und Dienste (ambulant, teil- und vollstationär) für die jeweilige Region aufgelistet sind.